Reiner Hahn ist der Held der Straße. Der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Herrenberg sorgt dafür, dass Hundertausende Fahrzeuge auf der A81 jeden Tag freie Fahrt haben. Vor allem im Winter, wo er und seine Kollegen in tiefster Nacht ausrücken, wenn es schneit oder glatt ist. Die Meisterei verfügt über sieben Streu- und Räumfahrzeuge, um rund 100 Kilometer Straße befahrbar zu machen. In einem durchschnittlichen Winter benötigen die Mitarbeiter dafür rund 4000 Tonnen Salz.

Die Räumfahrzeuge werden mit Salz befüllt (Foto: Autobahnmeisterei Herrenberg)

Kürzlich musste Reiner Hahn um zwei Uhr morgens ausrücken. Ein Lkw hatte die Leitplanke abgeräumt. Selbst Schlaglöcher bessern Hahn und seine Kollegen über Nacht aus. Absperren, rausfräsen, auffüllen, freigeben. Um 6 Uhr muss alles fertig sein, dann rollt die große Welle auf der A81 auf Stuttgart zu. Autofahrer heißen bei Hahn Kunden. „Wir tun alles dafür, dass sie freie Fahrt haben.“ Der Streckenwart sitzt am Steuer seines orangenen Dienstfahrzeuges und blickt nach vorn. Seinen Kopf bewegt er kaum, aber die Augen wandern unruhig hin und her. Bankett, linke Spur, Mittelstreifen und zurück. Er scannt seine Umgebung in Dauerschleife. Alle zwei bis drei Kilometer muss er anhalten, etwas reinigen, kontrollieren oder einladen. Er erreicht das Rohrbachbecken, in dem sich das ablaufende Wasser der A8 sammelt. Routinekontrolle. Alles okay. Schnelle Brotzeit und weiter zur Raststelle Sindelfinger Wald: Festschrauben der blauen Richtungsschilder, an denen der Wind heftig gezerrt hat.

Reiner Hahn (Foto: ADAC Württemberg)

Hahn und seine Kollegen sind die Schnelle-Eingreif-Truppe, die Feuerwehr der Autobahn, die Hüter der Schnellstraße. Eine Service-Mannschaft in orangenen Trikots mit den drei baden-württembergischen Löwen am Ärmel, die in diesem Fall für Sicherheit, Service und Sorgsamkeit stehen. Sie sind da, damit es gar nicht erst zu Problemen und Schwierigkeiten kommt. Aber manchmal muss es erst Stau geben, damit es keinen Stau gibt. Die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei mähen entlang der Randspuren, sie schneiden Büsche, reinigen Kanäle, kehren die Fahrbahn. Wartezeit für die Autofahrer. Hahn: „Würden wir das nicht machen, käme später irgendwann der Super-Stau.“