Der ADAC Württemberg hat den Wandel zum modernen Mobilitätsberater im Jahr 2017 weiter forciert. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung am 24. März in Heidenheim deutlich. Und auch das Mitgliederwachstum hält an. Am Jahresende 2017 gehörten dem Club 1.643.058 Mitglieder an. Vorstandsvorsitzender Dieter Roßkopf sagte vor den rund 200 Delegierten, dass der ADAC Württemberg den Wandel der Mobilität als Ratgeber und Interessensvertreter der Mitglieder aktiv begleite. Ein ganz wichtiger Eckpunkt war dabei die vom Club angestoßene Testreihe zur Machbarkeit und Wirksamkeit der Hardware-Nachrüstung von Euro 5-Dieselfahrzeugen. Das Projekt war im vergangenen Jahr mit finanzieller Unterstützung des baden-württembergischen Verkehrsministeriums durchgeführt worden. Dabei wurden zwei Pkw sowie zwei Transporter mit SCR-Hardware nachgerüstet, um die damit erreichbare Emissionsminderung von Stickoxiden zu messen. Das Ergebnis: Durch die eingesetzte Katalysatortechnik und die Einspritzung von AdBlue erreichten die Testfahrzeuge Emissionsminderungen zwischen 50 und 70 Prozent.

„Damit konnten wir den Nachweis erbringen, dass Nachrüstung funktioniert“, sagte Dieter Roßkopf. Er forderte die Automobilindustrie auf, sich der Hardware-Nachrüstung nicht weiter in den Weg zu stellen und die Verbraucher fair zu behandeln: „Autofahrer dürfen nicht auf den Kosten sitzen bleiben, die durch die Tricksereien von Politik und Industrie erst entstanden sind.“ Die Hardware-Nachrüstung für Dieselautos indes könne nur einen erster Schritt einer umfassenden Verkehrswende in Ballungsräumen bedeuten. Dazu bedürfe es komfortabler Alternativen zum Auto. Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln müsse quantitativ aber vor allem qualitativ verbessert werden. Der ADAC Württemberg hatte 2017 auch Impulse beim Thema Elektromobilität gesetzt. In Kooperation mit dem Elektro Technologie Zentrum (ETZ) in Stuttgart startete der Club ein Beratungsprojekt, in dem das Laden von E-Fahrzeugen in der heimischen Garage im Mittelpunkt steht. ADAC Mitglieder in Württemberg erhalten eine kostenfreie Erstberatung durch zertifizierte Elektrofachbetriebe für die Installation einer Ladestation.

Verkehrssicherheit und Verkehrserziehung waren weitere Schwerpunkte im vergangenen Jahr. Rund 10.700 Teilnehmer absolvierten Fahrsicherheitstrainings, außerdem war der ADAC Württemberg an knapp 380 Veranstaltungen und Aktionen zur Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen sowie älteren Menschen beteiligt. Die mobilen Prüfdienste des ADAC Württemberg mit 42.287 Prüfungen außerhalb der Landeshauptstadt Stuttgart sowie das ADAC Prüfzentrum in Stuttgart mit rund 18.000 Checks waren ein weiterer Baustein in Sachen Verbraucherschutz und Verkehrssicherheit.

Volker Schwarz, Vorstand Finanzen, legte in Heidenheim eine positive Bilanz vor. „Die finanzielle Basis stärken, nachhaltig in die Zukunft investieren sind die Leitgedanken, die unser Handeln auch 2017 geprägt haben“, sagte er bei seiner Rede im Heidenheimer Congress Centrum. Der Plan zum Umbau und Modernisierung der Verkehrsübungsanlage am Solitude-Ring bei Leonberg unterstreiche das zukunftsorientierte Handeln des ADAC Württemberg.

Manfred Rückle verabschiedet

Bei der Mitgliederversammlung wurde Manfred Rückle nach 20 Jahren Vorstandstätigkeit mit stehenden Ovationen verabschiedet und zum Ehrensportleiter ernannt. Zu dessen Nachfolger als Sportleiter wurde Michael Saur gewählt. Neu im Vorstand ist Ursula Spellenberg. Sie übernimmt von Michael Saur den Fachbereich Ortsclubangelegenheiten.