Ryan Breece krönte sich am Samstagabend beim 37. ADAC Supercross Stuttgart zum „König von Stuttgart“. Der 24-jährige US-Amerikaner gewann die „Nacht der Revanche“ am Samstag, was ihm zusammen mit einem hervorragenden zweiten Platz am Freitag den Gesamtsieg einbrachte. In der Endabrechnung distanzierte er so Charles Lefrancois (Frankreich), der den Vortag komplett dominiert hatte. Auf Platz drei folgte mit Carlen Gardner ein weiterer US-Boy. Die Plätze vier bis sieben belegten ebenfalls Fahrer aus Frankreich und den USA.

Ryan Breece aus Coeur d’Alene (Idaho) zeigte sich bei der Siegerehrung vor rund 8.100 Zuschauern in der ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle überglücklich: „Ich habe immer an mich geglaubt, deswegen bin ich heute hier. Einen großen Dank an mein Team und vor allem die großartigen Fans, deren Begeisterung ich während des Rennens deutlich gespürt habe. Ich freue mich auf nächstes Jahr.“

Für den einzigen deutschen Starter in der SX1-Klasse verlief das 37. ADAC Supercross Stuttgart nicht wie erhofft. Wie schon am Freitag verpasste Dominique Thury auch am zweiten Tag das Finale. Im Hoffnungslauf am Samstag fiel er nach einem erfolgversprechenden Start im Verlauf des Rennens auf den dritten Rang zurück. Damit reichte es um zwei Sekunden knapp nicht für den Sprung in den Endlauf.

Haberland sorgt für Jubel beim Publikum

Deutlich besser machte es ein deutscher Nachwuchsfahrer in der SX2. Paul Haberland (Erfurt) siegte in einem packenden Rennen am Samstagabend und eroberte damit auch im Gesamtklassement den ersten Platz. Der Start des „Prinzen von Stuttgart“ war nicht optimal, doch durch zwei, drei beherzte Manöver befreite der Thüringer sich aus dem anfänglichen Getümmel. Danach zeigte der 19-jährige vor allem am Waschbrett eine nahezu fehlerlose Leistung. Die einzige Schwäche des Abends leistete er sich bei der Siegerehrung mit einem abgebrochenen Sektkorken. Auf Rang zwei landete der Spanier Prol Ormeno Xurxo, Dritter wurde Dare Demartile (USA).

Paul Haberland, „Prinz von Stuttgart“: „Am Anfang bin ich sehr verkrampft gefahren und erst in den letzten Runden etwas lockerer geworden. Das ist einfach nur Wahnsinn, dafür habe ich hart trainiert. Auch mein Team hat alles gegeben.“

Südbadischer Nachwuchsfahrer setzt sich in der SX4 durch

Am Samstagabend absolvierten die Fahrer der SX4 (Altersstufe neun bis zwölf Jahre) ihr Finalrennen. Der aus Bad Säckingen stammende Marvin Vökt (MSC Alemannorum Schweighausen) fuhr souverän als Erster über die Ziellinie. Letztes Jahr noch auf dem dritten Platz, setzte er sich kurz nach dem Start vom Feld ab und gab seine Spitzenposition bis zur Zielflagge nicht wieder her. Auf den Rängen zwei und drei folgten Daniel Ferger (MTC Flehingen) und der Rudersberger Marco Louis Stradinger (MSC Wieslauftal).

Bereits am Freitagabend war Lokalmatador Simon Hahn von der KFV Kalteneck in Holzgerlingen in der SX5 bei den Jüngsten ganz nach vorne gefahren. Die Jugendklassen der SX4 und SX5 fahren jeweils nur ein Rennen am gesamten Wochenende.

La-Ola für die Freestyler

Mit einer La-Ola-Welle feierte die Schleyer-Halle die Freestyle-Show, die die Springer Kai Haase, Mat Rebeaud, Alex Porsing und Luc Ackermann mit Bravour bestritten. Was spielerisch, leicht und lässig erscheint, ist das Ergebnis harter und kontinuierlicher Trainingsarbeit. Besonders gut kamen beim Publikum die sogenannten Trains an, bei denen alle vier Fahrer in einer Kette hintereinander ihre Tricks zeigen.

Erstmals teilte sich beim ADAC Supercross Stuttgart das Freestyle-Spektakel in zwei Teile auf: Ein Auftritt erfolgte als Stimmungsmacher direkt nach der Pause, die zweite Show bildete den spektakulären Schlusspunkt des Abends.