Die Aufregung in der Wilhelm-Maybach-Schule in Stuttgart war groß: Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann stellte sich auf Initiative des ADAC den Fragen von Schülern und Auszubildenden. Das Thema: Die Zukunft der Mobilität.

Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 war es eine hoch spannende und emotionale Diskussion. Denn viele von ihnen wollen später in der Automobilbranche oder bei Zulieferern arbeiten. Nicht immer hatte Hermann bequeme Antworten für sie parat: „Wenn wir weiter reine Automechaniker ausbilden, dann machen wir einen großen Fehler.“

Der Minister hatte auf einem Sofa in der Schul-Aula Platz genommen. Klar war allen im Saal, dass sich die Mobilitätsbranche wandelt. Hermann betonte: „Bis Mitte des Jahrhunderts müssen wir klimaneutral mobil sein.“

Einen Ausschnitt des Gesprächs zwischen Minister und Schülern zeigt das folgende Video:

Eine Schülerin kritisierte, dass es E-Autos derzeit nur als teure Neuwagen gebe: „Wie soll ich mir das leisten mit meinem Ausbildungsgehalt?“ Hermann räumte ein, dass ein Markt für Gebrauchtwagen derzeit tatsächlich nicht existiere. Es werde noch dauern, bis die Preise für E-Autos sinken.

Besonders emotional wurde über das Thema Diesel debattiert. Ein junger Mann, der seinen Diesel Euro 5 abbezahlt, war erbost: „Wenn ein Fahrverbot kommt, wäre das für mich wie eine Zwangsenteignung.“ Hermann konterte: „Du hast ja kein Recht, die anderen Menschen zu vergiften.“ Der Gesundheitsschutz gehe vor. Einziger Ausweg: „Um den Wert der Dieselautos zu erhalten, müssen wir sie nachrüsten.“ Dafür kommen für ihn sowohl Software-Updates als auch technische Nachrüstungen infrage.

Weiteres Ärgernis: Der Dauerstau in und um Stuttgart. Einem Schüler, der täglich 50 Kilometer mit seinem Kleinbus zur Schule fährt, empfahl Hermann den Umstieg auf den Zug. Den Weg zum Bahnhof könne er zum Beispiel mit dem Rad zurücklegen. Zum Schluss gab er noch einen Ausblick, wie er sich den Stuttgarter Verkehr im Jahr 2030 vorstellt: „Deutlich mehr Menschen fahren Rad, Fußgänger werden mehr geschätzt und Anteil an Elektrofahrzeugen wird mindestens 30 Prozent betragen.“