Wenn Freddy Verherstraeten mit weißem Klebeband bewaffnet die Hans-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart abschreitet, darf er sich keinen Fehler erlauben. Immer wieder blickt der Belgier auf den Plan, den er klein gefaltet in seiner rechten Hosentasche trägt und rauszieht, sobald er unsicher ist. Darauf ist eingezeichnet, was er sich ausgedacht hat. Striche, Linien und Kurven, die sich in Sprünge, Waschbretter und Hindernisse verwandeln sollen.

Seit 2001 ist Verherstraeten für die Strecke beim ADAC Supercross Stuttgart verantwortlich. Unter seiner Regie entsteht in weniger als zwei Arbeitstagen ein rasanter Parcours, der Fahrer ins Schwitzen bringt und Zuschauer in Atem hält. „Wir dürfen uns keinen Fehler erlauben. Die Zeit holen wir nie wieder rein.“ Deswegen markiert der Belgier die Bande an jenen Punkten mit Klebeband, wo später Sprünge aus dem Boden wachsen sollen. Seine drei Mitarbeiter häufen dann mit kleinen Baggern Erde an und modellieren Hügel, Wellen und Rampen daraus.

Beobachter staunen, wie feinfühlig die Männer mit den groben Schaufeln arbeiten können. Hier eine zarte Schicht abtragen, dort vorsichtig anhäufen. „Das muss man im Gefühl haben“, sagt Verherstraeten. Er und seine Mannen brauchen kein Maßband und kein Winkeleisen, höchstens mal eine Farbdose, um einen Endpunkt zu markieren. Verherstraeten schnappt sich die Pink, macht sechs lange Schritte sprüht auf den lehmigen Boden und reckt den Daumen nach oben. Weiter geht’s, gut wird’s.

Tickets für das ADAC Supercross Stuttgart am 8. und 9. November gibt es über den Webshop (www.supercross-stuttgart.de/tickets), in den ADAC Geschäftsstellen und unter der Kartenhotline (0711 2800 136).