Der Vorstandsvorsitzende des ADAC Württemberg, Dieter Roßkopf, hat bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 23. März in der Fellbacher Schwabenlandhalle für die Position des Clubs zum Thema Fahrverbote geworben. „Bei der Abwägung zwischen dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und demjenigen auf individuelle Mobilitätsfreiheit hat nach Auffassung des Vorstands des ADAC Württemberg das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit den grundsätzlichen Vorrang“, erklärte Roßkopf.

Fahrverbote griffen allerdings so tief in die individuelle Bewegungsfreiheit der Menschen ein, dass sie für den ADAC nur als allerletztes Mittel infrage kommen. Aus Sicht des ADAC dürfen Fahrverbote nur dann verhängt werden, wenn zunächst alle anderen weniger einschneidenden Maßnahmen ausgeschöpft wurden. Zudem müssen einmal erlassene Fahrverbote fortlaufend auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft und bei Unterschreitung der vorgeschriebenen Grenzwerte auch zeitnah wieder zurückgenommen werden.

„Sie sehen, wir vertreten eine sehr differenzierte Position“, so das Fazit des Clubvorsitzenden. „Die bedingungslose Forderung nach freier Fahrt für freie Bürger entspricht nicht mehr der Denke und der Sprache des ADAC im Jahr 2019.“ Eine mitgliederstarke Organisation wie der ADAC mit über 20 Millionen Mitgliedern bilde einen annähernd repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung ab und dürfe deshalb in einer so kontrovers diskutierten Frage nicht im Namen aller Mitglieder einseitig Partei ergreifen. „Der ADAC kann und muss in einer solchen Situation eine moderierende und sachlich abgewogene Rolle spielen“, appellierte Roßkopf an die 200 Delegierten in der Schwabenlandhalle.

Dieter Roßkopf, Vorstandsvorsitzender des ADAC Württemberg, betonte, dass Fahrverbote nur das allerletzte Mittel zur Luftreinhaltung sein dürfen.

Dieter Roßkopf, Vorstandsvorsitzender des ADAC Württemberg, betonte, dass Fahrverbote nur das allerletzte Mittel zur Luftreinhaltung sein dürfen.

Gute Neuigkeiten konnte der Vorstand bei den Mitgliederzahlen verkünden: Der ADAC Württemberg ist auch 2018 weiter gewachsen. Am 31. Dezember zählte der Club 1.701.776 Mitglieder, das waren 58.718 oder 3,57 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahresstichtag.

Auf der Mitgliederversammlung bekamen die Delegierten erstmals den Jahresfilm des ADAC Württemberg mit allen Highlights des vergangenen Jahres zu sehen. Hier sind die wichtigsten Themen und schönsten Eindrücke aus 2018: