1.471 Mal hob der Rettungshubschrauber „Christoph 22“ im Jahr 2018 von der Luftrettungsstation Ulm zu Rettungseinsätzen ab. Die gemeinnützige ADAC Luftrettung stellt in der Universitätsstadt die Maschine und Piloten, das Bundeswehrkrankenhaus Ulm die Notärzte und das medizinische Fachpersonal. 1.297 Einsätze führten „Christoph 22“ dabei zu Zielen in Baden-Württemberg, 174 in Bayern. Die fliegende Crew versorgte insgesamt 1.388 Patienten.

Hauptanforderungsgründe bei den Primäreinsätzen waren mit 51 Prozent erneut internistische Notfälle, wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen, gefolgt von Verkehrsunfällen (14 Prozent), Freizeitunfällen (Sport, Haushalt) mit elf Prozent sowie neurologischen Notfällen (zum Beispiel Schlaganfall) mit sieben Prozent. Die weiteren Einsätze entfielen unter anderem auf Arbeits- und Schul- oder Kindernotfälle. Primäreinsätze zeichnen sich durch die schnelle Notfallversorgung eines Patienten und dessen Zuführung zu einer Klinik aus. Sie unterscheiden sich dadurch zum Beispiel von Sekundäreinsätzen, bei denen Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes überführt werden.

Internistische Notfälle wie Herz- und Kreislauferkrankungen machen mehr als die Hälfte der Einsätze von "Christoph 22" aus. (Grafik: ADAC)

Internistische Notfälle wie Herz- und Kreislauferkrankungen machen mehr als die Hälfte der Einsätze von „Christoph 22“ aus. (Grafik: ADAC)

Seit 2018 ist in der Luftrettungsstation Ulm das hochmoderne Hubschraubermuster H145 stationiert. Mit mehr Platz, größerer Reichweite und verbesserter Leistung eignet sich die sehr leise Maschine ideal für den Intensivtransport von Klinik zu (Spezial-)Klinik. Gerade in ländlichen Regionen, wo es oft an Notärzten mangelt, ist der Rettungshubschrauber häufig nicht nur der schnellste, sondern auch der einzige Weg, den Notarzt zeitgerecht zu schwerverletzten oder kranken Menschen zu bringen – und diese schonend in eine geeignete Klinik zu transportieren. „Gegen die Zeit und für das Leben“ heißt dabei die Maxime der Luftretter. Patienten, die schnell in Spezialkliniken gebracht und versorgt werden können, haben deutlich bessere Chancen zu überleben und vollständig zu gesunden.

Bundesweit starteten die Maschinen der gemeinnützigen ADAC Luftrettung im vergangenen Jahr 54.356 Mal. Dies liegt nahe am Höchstwert aus dem Jahr 2017 (54.491 Einsätze). Für die ADAC Luftrettung, ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung, arbeiten mehr als 1.000 Personen – darunter rund 160 Piloten, etwa 230 Notfallsanitäter (TC HEMS) und rund 580 Notärzte. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten.

Die Einsatzzahlen von "Christoph 22" (blau) im Vergleich zu den anderen ADAC Luftrettungsstationen. (Grafik: ADAC Luftrettung)

Die Einsatzzahlen von „Christoph 22“ (blau) im Vergleich zu den anderen ADAC Luftrettungsstationen. (Grafik: ADAC Luftrettung)