Cole Martinez krönte sich am Samstagabend zum „König von Stuttgart“ beim 36. ADAC Supercross Stuttgart. Der US-Boy hatte das erste Rennen am Freitag gewonnen und konnte mit einem vierten Platz im zweiten Rennen am Samstag den Gesamtsieg erringen. Der Vorjahressieger Cédric Soubeyras aus Frankreich landete in der Endabrechnung hinter seinem Landsmann Gregory Aranda auf dem dritten Rang. Auf den Plätzen vier bis sechs folgen ebenfalls französische Fahrer und bewiesen damit ihre Klasse.
Cole Martinez, der 26-jährige Suzuki-Pilot aus Rimrock (Arizona) zeigte sich bei der Siegerehrung überglücklich: „Nach viel Pech in den letzten Jahren bin ich dankbar, dass ich wieder nach Stuttgart kommen durfte und dass es dieses Jahr so perfekt geklappt hat.“

Schwache Bilanz der deutschen SX1-Piloten
Für die deutschen Fahrer in der SX1-Klasse verlief der 36. ADAC Supercross Stuttgart nicht wie erhofft. Keiner der deutschen Starter erreichte am zweiten Tag das Finale. In der Gesamtwertung kam Dominique Thury auf den 14. Platz und Dennis Ullrich auf einen enttäuschenden 16. Platz. Ullrich, der sich vom diesjährigen Supercross mehr erhofft hatte, zog eine gemischte persönliche Bilanz: „Wenn der Abschluss nicht passt, ist es natürlich immer ein bisschen enttäuschend. Im Großen und Ganzen bin ich vor allem mit Freitag zufrieden.“ Am Samstag sei er aber im Vorlauf nicht in seinen Rhythmus gekommen und habe den Einzug ins Finale nur knapp um einen Platz verpasst. „In der letzten Runde gab es ein kleines Gerangel mit dem Fahrer vor mir und ich bin mit in einen Strohballen gefahren.“

Koch und Ostermann halten die deutschen Farben hoch
Deutlich besser machten es die deutschen Nachwuchsfahrer. Tom Koch gewann am Samstag unter dem Jubel der 8.000 Zuschauer in der ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle überlegen das SX2-Finale und damit auch die Gesamtwertung. Der Thüringer verwies dabei die beiden Franzosen Thomas Do und Calvin Fonvieille auf die Plätze zwei und drei. Die Bilanz des „Prinzen von Stuttgart“: „Ich bin ein solides Rennen gefahren, habe keine größeren Fehler gemacht und mich darauf konzentriert, eine Lücke herauszufahren. Es hat super geklappt durch die Unterstützung der Fans, es war einfach der Wahnsinn. Ich freue mich, der Prinz von Stuttgart zu sein.“
Auch in der SX3 ertönte bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne: In der Nachwuchsklasse feierten Carl Ostermann und Maximilian Werner einen Doppelsieg. Ostermann gewann im Finalrennen am Samstag mit einem satten Vorsprung von rund 13 Sekunden auf den Zweitplatzierten Werner, der wiederum rund sieben Sekunden auf den Dänen Mads Fredsoe herausfahren konnte.

Ein Nachwuchsfahrer aus Südbaden setzt sich in der SX4 durch
Am Samstagabend absolvierten die Fahrer der SX4 (Altersstufe neun bis zwölf Jahre) ihr Finalrennen. Der Löffinger Luis-Valentino Laufer (MSC Emmingen-Liptingen) fuhr als Erster über die Ziellinie. Schon früh zeichnete sich seine Überlegenheit ab: Am sogenannten Waschbrett setzte er sich mit seiner fehlerlosen Fahrtechnik an die Spitze und gab die Führung nicht wieder her. Auf den Rängen zwei und drei folgten Tom Militzer und Marvin Vökt.

Sieger in der Nachwuchsklasse SX5 kommt aus Bruchsal
Bereits am Freitag durfte auch Lasse Lohmann (MSC Odenheim) jubeln. Der achtjährige Bruchsaler siegte in der Nachwuchsklasse SX5 vor Jarno Jansen vom MSC Konstanz. Als bestplatzierter württembergischer Fahrer fuhr der Heilbronner Tobias Strebel (MSC Frankenbach) auf Platz drei. Diese Jugendklasse wird beim ADAC Supercross am Freitag gefahren, am Samstag sind die etwas älteren Fahrer der SX4 am Start.

Premieren beim Freestyle
Gefeiert wurden am Schluss auch die Freestyle-Akrobaten. Alex Porsing (Dänemark) und Kai Haase (Deutschland) sind so etwas wie alte Bekannte in der Schleyer-Halle. Seine Premiere in Stuttgart lieferte dagegen mit Libor Podmol eine ganz große Nummer im internationalen Springer-Zirkus ab. Der 34-jährige Tscheche feierte 2010 die FIM Weltmeisterschaft, wurde zudem fünfmal Vize-Weltmeister. Ein besonderes Highlight stellte der Auftritt des Schweizers Mat Rebeaud auf einem E-Motorrad dar. Koordiniert wird die Freestyle-Show, bei der sich die Fahrer über eine Rampe fast bis unters Hallendach katapultieren und atemberaubende Tricks zeigen, alljährlich vom Reutlinger Dennis Garhammer.