Sommer, Sonne, Superwetter – alle sind mit Flipflops, kurzen Hosen und Trägershirts unterwegs. Nur bitte die Motorradfahrer nicht. Schutzkleidung ist auch bei hohen Temperaturen wichtig. Damit es unter der Kombi nicht ganz so heiß wird, gibt es an dieser Stelle wertvolle Tipps von ADAC-Experten.

Trinken, Trinken, Trinken
Zwei, drei Liter Wasser sollten es an heißen Tage bei längeren Touren schon sein. Gut ist es, kontinuierlich zu trinken. Das geht am besten mit einem Trinksystem, wie es etwa auch Radsportler verwenden: Ein Schlauch führt vom Wasserbehälter zum Mund. Bei Bedarf zieht der Fahrer daran. Vorteil: Er muss nicht ständig anhalten, um einen Schluck aus der Pulle zu nehmen. „Das Problem ist, dass der Körper nur 250 Milliliter Flüssigkeit auf einmal aufnehmen kann“, erklärt Stefan Bockisch, Motorrad-Trainer des ADAC Württemberg. Er hat sich intensiv mit dem Thema befasst, da er seit 30 Jahren Motorrad-Touren in Australien anbietet, wo das Thermometer auf bis zu 45 Grad klettern kann. „Wenn man nicht ausreichend trinkt, geht die Konzentration flöten und die Gefahr für Unfälle steigt.“ Tipps rund ums richtige Trinken erhalten auch Teilnehmer eines Fahrsicherheitstrainings des ADAC Württemberg in Leonberg, Balingen und Kirchheim/Teck. Mehr unter: www.sicherheitstraining-stuttgart.de

Schutzkleidung
Ein geeigneter Helm ist laut Straßenverkehrsordnung immer Pflicht, egal welche Temperaturen herrschen. Mit einem luftdurchströmten Integralhelm behalten Motorradfahrer auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf. Eine Alternative sind spezielle Jet-Helme für den Sommer.
Abgesehen davon schreibt der Gesetzgeber zwar keine Schutzkleidung vor. Aber: Aus rechtlicher Sicht, sollte man auch bei 30 Grad nicht auf sichere Motorradkluft verzichten. Andernfalls drohen bei einem Unfall schwere Verletzungen und rechtliche Schwierigkeiten. Bereits mehrfach haben deutsche Gerichte Schadenersatzansprüche von Motorradfahrern gekürzt, weil sie keine  Schutzkleidung getragen hatten.

Sommerkleidung
Im Sommer sollte man laut ADAC-Trainer Bockisch helle Kombis bevorzugen. Sie reflektieren die Sonne besser als dunkle Kluft. Die meisten Hersteller haben spezielle Sommerjacken im Programm. Meist ist es Geschmackssache, ob man sich für Leder oder Textil entscheidet. Leder gilt aber als abriebfester und sicherer, Textil empfinden manche Biker dagegen als komfortabler. Schulter, Rücken, Ellenbogen, Hüfte, Gesäß, Knie, Fußknöchel und Schienbein sollten mit Protektoren verstärkt sein.

Funktionsunterwäsche
Die meisten kennen es vom Sport: Funktionsunterwäsche ist eine feine Sache, wenn man schwitzt. Sie transportiert die Feuchtigkeit vom Körper weg. Deswegen sollten nach Ansicht von Bockisch auch Motorradfahrer auf atmungsaktive Stoffe unter der Kombi setzen. Heißer Tipp: Die Unterwäsche vor der Fahrt im Kühlschrank oder Kühlfach runterkühlen. Es gibt auch spezielle Kühlwesten, mit denen die gefühlte Temperatur unter der Kombi laut Herstellerangaben um bis zu 15 Grad sinkt.

Halstuch
Ein angefeuchtetes Tuch (Buff) hilft, Hals und Nacken zu kühlen und sorgt dadurch auch für einen klaren Kopf. Wer es über den Mund zieht, kühlt zudem die Atemluft ein wenig runter. Allerdings muss das Tuch regelmäßig nass gemacht werden, damit sich ein anhaltender Frische-Effekt ergibt. Bockisch empfiehlt auch feuchte Schweißbänder für die Handgelenke.

Hitzeschäden
Bei heißen Temperaturen können auf alten Autobahnen so genannte „Blow Ups“ zur tödlichen Gefahr für Motorradfahrer werden. Darunter versteht man das plötzliche Aufplatzen der Fahrbahn, wodurch Fahrzeuge regelrecht aus der Spur katapultiert werden können. Ursache: Bei Temperaturen ab 28 Grad kann es passieren, dass sich Betonplatten stärker ausdehnen als es die Fugen dazwischen vorsehen. Dann stoßen die Platten direkt aufeinander und drücken sich gegenseitig nach oben. Hohe Belastung verstärkt das Problem. „Die Gefahr besteht vor allem bei Autobahnen aus den 1970er- und 1980er-Jahren, die nicht auf das heutige Verkehrsaufkommen ausgelegt sind“, sagt Carsten Bamberg, Verkehrsexperte des ADAC Württemberg. Treten „Blow Ups“ auf, werden in der Regel drastische Geschwindigkeits-Beschränkungen verhängt. Deswegen gilt wie immer: unbedingt ans Tempolimit halten.

Übrigens: Der ADAC Württemberg kümmert sich besonders um seine Mitglieder auf zwei Rädern. Mithilfe eines speziellen Förderprogramms werden beliebte Motorradstrecken im Land sicherer für Biker gemacht. Mehr dazu lesen Sie im Magazin „Deins Meins Unsers“, das druckfrisch und kostenlos in den Geschäftsstellen und Reisebüros des ADAC Württemberg erhältlich ist.