Die Mehrheit der Bewohner des ländlichen Raums fühlt sich in Sachen Mobilität abgehängt. Dies verdeutlicht das baden-württembergische Ergebnis beim bundesweiten ADAC Monitor zum Thema Mobilität auf dem Land. Bei dieser repräsentativen Befragung zeigte sich zwar, dass eine überwiegende Anzahl von in ländlichen Gemeinden Deutschlands lebenden Menschen mit der individuellen Mobilität durchaus zufrieden ist, allerdings äußerten diese auch eine ganze Reihe Kritikpunkte. „Offenkundig gelingt es den Bewohnern aber recht gut, sich mit den Verhältnissen zu arrangieren“, betont Carsten Bamberg, Verkehrsreferent des ADAC Württemberg.

Die Auto- und Motorradfahrer bilden dabei die zufriedenste Gruppe unter den vier Mobilitätsarten. In Baden-Württemberg loben über zwei Drittel der Interviewten, dass sie ihr Ziel im näheren Umkreis bis zehn Kilometer Entfernung meist in der geplanten Zeit erreichen. Kurze Wegstrecken zu Bundesstraßen hoben fast ebenso viele Befragte positiv hervor. Die Untersuchung zeigte auch in Baden-Württemberg auf, dass Mobilität auf  dem Land extrem stark vom Pkw dominiert wird, das Auto als nahezu unverzichtbar gilt.

Zwei Drittel der Gesamtfläche in Deutschland gelten als ländlicher Raum. (Grafik: ADAC e.V.)

Zwei Drittel der Gesamtfläche in Deutschland gelten als ländlicher Raum. (Grafik: ADAC e.V.)

Radfahrer loben auf dem Land besonders häufig das Angebot an Radwegen zu Nachbargemeinden sowie innerhalb des Ortes. Der Zustand der Radwege wird überwiegend zufriedenstellend bis gut bewertet. Größte Kritikpunkte sind das Angebot an Fahrradabstellplätzen an Umsteigepunkten zu Bussen und Bahnen sowie der nur eingeschränkte Winterdienst auf stark befahrenen Radwegen.

Fußgänger hoben bei der Umfrage überproportional häufig das ausreichende Angebot an Gehwegen in Gemeinden sowie Zustand und Breite der Wege positiv hervor. Besonders kritisch empfinden Fußgänger dagegen fehlende Sitzgelegenheiten an Fußwegen sowie das nicht regelkonforme Verhalten von Radfahrern.

Die fünf häufigsten Gründe im ADAC Monitor, warum die Befragten nicht den ÖPNV nutzen. (Grafik: ADAC e.V.)

Die fünf häufigsten Gründe im ADAC Monitor, warum die Befragten nicht den ÖPNV nutzen. (Grafik: ADAC e.V.)

Die schlechteste Bewertung der vier Mobilitätsformen bekommt ebenso bundesweit wie in Baden-Württemberg der Öffentliche Personenverkehr. Fast die Hälfte nutzt ihn überhaupt nicht, nicht einmal jeder Zehnte ist Vielfahrer (Nutzung an 100 Tagen und mehr im Jahr). Gründe für das schlechte Abschneiden sind fehlende Direktverbindungen, unzureichende Taktung und die als zu lang empfundene Fahrtdauer.