„Ich bin Emily und schon so alt“ – das kleine Mädchen zeigt drei Finger und strahlt mit großen Augen aus ihrem Helm. Während andere Kids in diesem Alter ihren ersten Fahrradhelm anprobieren, ist es bei Emily ein Motorradhelm, fast größer als sie selbst, und doch fühlt sie sich in diesem sichtlich wohl. Wir befinden uns auf dem Trialgelände des MSC Falke Sulz, und das Mädchen beginnt von ihrem Verein zu erzählen: „Hier sind wir sehr oft, Mama und Papa sagen dazu Lengenloch oder Gelände. Am liebsten fahre ich mit meinen zwei Brüdern Michel und Glenn, sie sind beide schon sechs und am gleichen Tag geboren.“

Auf dem Gelände in Sulz fährt Emily im Wald über Stock und Steine. (Foto: Klaus Blöcher)

Auf dem Gelände in Sulz fährt Emily im Wald über Stock und Steine. (Foto: Klaus Blöcher)

Emily ist das jüngste Mitglied im Verein und hat vor kurzem ihr erstes eigenes Elektro-Motorrad bekommen. „Wenn ich einmal sechs bin, will ich auch ein großes Motorrad und genau wie sie Pokale gewinnen. Die bekommen sie aber immer nur, wenn wir am Wochenende zu einem anderen Verein fahren, wo ein Wettbewerb ist. Da muss man dann ganz genau zwischen Pfeilen durchfahren, darf nicht umfallen und auch den Fuß nicht auf den Boden setzen. Das kann ich schon!“

„Wenn wir in unserem Gelände in Sulz sind, fahre ich selbst über die große Wiese, im Wald oder über Steine und durch matschige Pfützen.“ Weiter erzählt Emily: „Immer ist hier etwas los. Wenn ich Pause mache oder Papa nach meinen Brüdern schaut, dann laufe ich oft zu den Großen, die fahren über riesige Steine, ganz hoch im Wald und über Baumstämme – das will ich auch mal können. Am besten finde ich, wie die großen Mädchen fahren, weil sie nur wenige sind, aber die gleichen Sachen wie die starken Jungs und Papas probieren und auch schaffen.

Noch ist das Motorrad klein, doch spätestens mit sechs Jahren möchte Emily ein größeres Modell fahren. (Foto: Gerald Heller)

Noch ist das Motorrad klein, doch spätestens mit sechs Jahren möchte Emily ein größeres Modell fahren. (Foto: Gerald Heller)

Wir fragen Emily, wie sie überhaupt zum Trial gekommen ist und mit einem verschmitzten Blick auf ihren Vater erzählt sie: „Papa ist immer dabei, er heißt Dominique, fährt schon 25 Jahre Motorradtrial. Und als ich geboren wurde, hat er nicht aufgehört – zum Glück, denn Mama und Papa haben mich schon als Baby mitgenommen, und alle Leute hier kennen meinen Namen. Seit ich mich erinnere, wollte ich auf das Motorrad von Papa steigen und habe nicht aufgegeben, bis ich endlich mein eigenes kleines Bike hatte.“