Auf dem Gelände des ADAC Württemberg ist ein spannendes Projekt gestartet worden. Nur wenige Meter von der Feinstaubmessstation am Neckartor entfernt, wird bis Anfang 2020 in einem Forschungsprojekt die Entwicklung eines modularen Mooswandsystems zur Feinstaubbindung und Lärmminderung durchgeführt. Wir haben Volker Zahn, Abteilungsleiter Verkehr & Umwelt beim ADAC Württemberg, nach den Hintergründen zu diesem Projekt befragt.

Volker Zahn, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg

Volker Zahn, Abteilungsleiter Verkehr und
Umwelt beim ADAC Württemberg

Warum wird die Mooswand auf dem Gelände des ADAC Württemberg installiert?
Volker Zahn: Der Gesundheitsschutz hat für den ADAC Württemberg oberste Priorität. Daher freuen wir uns, dass wir dieses Projekt, das die zentralen Punkte Luftreinhaltung und Lärmschutz gleichzeitig bedient, unterstützen können. Das Projekt ist eine Investition für die Zukunft, um eine modulare, flexible Möglichkeit der gleichzeitigen Luftreinhaltung, Lärmreduzierung und Stadtbegrünung zu ermöglichen. Der Standort Neckartor stellt durch die hohe Feinstaubbelastung dabei einen optimalen Standpunkt zum Testen der Moose dar.

Was ist das Ziel des Projekts?
Volker Zahn: Von starkem Interesse ist, welche Moosarten besonders gut in der Lage sind, gesundheitsgefährdende Partikel aus der Luft zu binden. Dafür werden die Mooswände auf dem Grundstück des ADAC Württemberg in verschiedene Himmelsrichtungen ausgerichtet, um die optimale Ausrichtung zu bestimmen. Die hier installierten Mooswände unterscheiden sich übrigens stark von der ganz in der Nähe aufgestellten Mooswand an der B14. Zudem werden unsere Mooswände im Gegensatz zur bereits aufgestellten Wand ein textilbasiertes Bewässerungssystem enthalten, das genau auf die Bedürfnisse der Moose abgestimmt werden kann. Das optimale Wassermanagement wird dem Austrocknen entgegenwirken, so dass die Moose immer grün und funktionsfähig bleiben.

Erste Bewässerung des neuen textilbasierten Bewässerungssystems

Erste Bewässerung des neuen textilbasierten Bewässerungssystems

Welche Hoffnung verbindet der ADAC Württemberg mit dem Projekt?
Volker Zahn: Wir erhoffen uns, dass neue Möglichkeiten zur Bindung von schädlichen Luftpartikeln  gefunden werden. Dies ist umso wichtiger, weil wegen der Feinstaubproblematik die Mobilität in Stuttgart und vor allem die Erreichbarkeit der Innenstadt nicht weiter eingeschränkt werden sollte. Das entwickelte Feinstaubpanel ist innovativ und die aktive Begrünung von Aufenthaltsbereichen wirkt sich positiv auf das Stadtklima aus. Das modulare Baukastensystem ermöglicht eine wirtschaftliche Wandbauweise und bietet die Möglichkeit, die Panels auch direkt in bestehende Einrichtungen wie Tunnelportale und Schutzplanken zu integrieren.