Der Südafrikaner Collin Dugmore ist eine Motocross-Legende in Deutschland. Zwei Jahrzehnte war der mehrfache deutsche Meister Dauergast beim ADAC Supercross Stuttgart. In seiner Zeit avancierte er zum Publikumsliebling. Stuttgart hat ihn nie ganz losgelassen, er hat Stuttgart nie ganz losgelassen. Was macht er heute? DeinsMeinsUnsers hat nachgefragt… 

Wo sind Sie am 9. und 10. November?
Collin Dugmore:
Ich weiß, da ist wieder Supercross in Stuttgart. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit fahre ich auch wieder hin. Ich war fast jedes Jahr dort, habe Fahrer betreut, mich mit Freunden getroffen und auch schon als Experte bei einem Live-Stream gearbeitet, der im Internet verbreitet wird.

Werden Sie von den Zuschauern in der Halle noch erkannt?
Dugmore:
Ja, einige erinnern sich doch noch an mich. Ich habe ja immer noch Freunde und Bekannte in der Region knapp zehn Jahre in Schorndorf gelebt und von 1986 bis 2006 an fast jedem Supercross in Stuttgart teilgenommen. Leider konnte ich nie gewinnen, meine beste Platzierung war ein zweiter Platz. Aber ich war nun mal Spezialist für draußen, für Motocross, und konnte mich nur auf eines richtig konzentrieren. Schon damals waren die Jungs aus Nordamerika und Frankreich richtig gut im Supercross.

Wie erklären Sie sich dann, dass Sie zum absoluten Publikumsliebling wurden?
Dugmore:
Es hat sicher auch damit zu tun, dass es früher keine Freestyle-Show gab, sondern einen Superjump, für den man immer ein paar Fahrer aus dem Feld brauchte. Mir haben die Sprünge immer Spaß gemacht. Wobei man sagen muss, dass es für die Zuschauer damals schon ein Wahnsinn war, wenn ein Fahrer in der Luft beide Hände vom Lenker genommen hat. Ich habe mein Bike gerne auch mal quergelegt. Das war irre für die Leute.

Und wie war der ADAC Supercross Stuttgart aus Fahrersicht?
Dugmore:
Wir Fahrer hatten in Stuttgart immer Top-Verhältnisse. Die Strecke war jedes Jahr super gut und der Boden, die griffige Erde, war und ist einfach der Wahnsinn. So etwas findet man ganz selten bei einem Supercross. Auch die vielen Zuschauer, die jedes Jahr kommen und der Veranstaltung seit langer Zeit die Treue halten, sind phantastisch. Und in Sachen Stimmung muss ich sagen: Sie ist in den vergangenen Jahren noch besser, vor allem lockerer geworden. Ganz früher waren die Leute eher zurückhaltend. Heute sind gerade die jungen Menschen in der Halle anders drauf, positiver, freier, einfach lockerer.

Das hört sich fast an, als wollten Sie selbst nochmal mitfahren…
Dugmore:
Nein, ich bin kürzlich 50 geworden, meine aktive Zeit ist definitiv vorbei. 2012 habe ich ein kurzes Comeback in Stuttgart gegeben. Ich hatte richtig Lust und Laune und wollte nochmal auftreten, aber das war eine Ausnahme. Wenn ich auf dem Bike sitze, will ich eine ordentliche Leistung bringen und mir fehlt letztlich die Zeit, um richtig zu trainieren. Deswegen sage ich ab, wenn wieder mal eine Anfrage reinflattert, ob ich an einem Veteranen-Rennen teilnehmen will. Aber auch so dreht sich bei mir alles ums Bike…

Inwiefern?
Dugmore:
Ich bin Trainer, Berater, Betreuer und habe eine eigene Bikeschule in Hessen, wo ich wohne. Beim ADAC Hessen-Thüringen haben wir ein vierstufiges System zur Nachwuchsförderung etabliert. Es fängt an bei Kindern, die noch nie einen Motor gesehen haben. Wir wollen sie an Motocross heranführen und bieten Schnuppertrainings. In der nächsten Stufe, der Kids School, geht es schon darum, talentierte Fahrer zwischen 7 und 16 Jahren mental zu schulen und sie technisch weiterzubringen. Dann existieren auch ein B-Kader und das Rookie-Team mit sieben Fahrern, die an internationalen deutschen Meisterschaften teilnehmen. Sie sehen, Motocross ist immer noch ein wichtiger Teil meines Lebens. Und ich freue mich schon wieder riesig auf Stuttgart.


TICKETS

Karten für das ADAC Supercross Stuttgart am 9. und 10. November 2018 sind online unter www.supercross-stuttgart.de erhältlich.