Endlich Ferien. Die Kinder dürfen den Schulranzen in die Ecke stellen, die Eltern haben die letzten Aufgaben im Job gemeistert. Jetzt heißt es: ab in den Urlaub! Die schönsten Wochen des Jahres beginnen für viele auf der Autobahn. Meistens geht auch alles gut. Was aber, wenn vor Ihrer Nase ein Unfall passiert? Damit Sie im Fall der Fälle wissen, was zu tun ist, hier ein Ratgeber von Carsten Bamberg, Verkehrsexperte des ADAC Württemberg:

  1. Absichern der Unfallstelle: Schalten Sie den Warnblinker ein, bringen Sie Ihr Fahrzeug nach Möglichkeit auf dem Seitenstreifen zum Stehen. „Ihre Insassen sollten aussteigen und sich hinter der Schutzplanke in Sicherheit bringen“, so Bamberg. Ziehen Sie die Warnweste an und stellen Sie ein Warndreieck in einer Entfernung von 200 bis 400 Meter vom Unfallort auf. Es sollte vor Biegungen oder Bergkuppen platziert werden, damit es die anderen Verkehrsteilnehmer frühzeitig sehen können. Unter gar keinen Umständen sollten Sie versuchen, die Autobahn bei fließendem Verkehr zu überqueren. Das kann lebensgefährlich sein.
  2. Notruf: Überall in Europa gilt die 112 als Notrufnummer. Damit Sie Ihren Standort genau bestimmen können, suchen Sie die nächste blaue Tafel mit der Betriebskilometeranzeige oder das weiße Schild mit der Stationsnummer. Diese stehen alle 500 Meter entlang der deutscher Autobahnen. Zudem müssen Sie bitte angeben: Um welche Autobahnnummer handelt es sich. Welche Fahrtrichtung? Die Rettungsleitstelle fragt alle wichtigen Informationen bei Ihnen ab. Legen Sie nicht auf, bevor alle Fragen abgearbeitet sind.
  3. Erste Hilfe: Eigensicherung und Sicherung des Unfallortes stehen in der Tat vor Erste-Hilfe-Maßnahmen. Sie sollten Ihre Kenntnisse diesbezüglich regelmäßig auffrischen. Es gibt immer wieder Fälle, in denen Menschen zögern, Erste Hilfe zu leisten, weil Sie nicht wissen, was zu tun ist. Unterlassene Hilfeleistung ist aber sogar strafbar. Das Wichtigste in Kürze: In einem ersten Schritt müssen Sie die lebenswichtigen Funktionen des Opfers überprüfen. Ist es bewusstlos? Wie steht es um die Atmung? Sprechen Sie das Opfer an, hüllen Sie es in eine warme Jacke oder Rettungsdecke. Bringen Sie den Verunfallten in die stabile Seitenlage. Personen, die nicht atmen, nicht in die stabile Seitenlage bringen, sondern reanimieren.
  4. Bürokratische Hilfe: Bei weniger schweren Unfällen (ohne ernsthafte Verletzungen) können Sie unterstützen, indem Sie den Unfallbeteiligten helfen, die Adressen auszutauschen und Unfallstelle und beteiligte Fahrzeuge fotografieren.

Übrigens: Der ADAC Württemberg ist im Fall der Fälle zur Stelle. Jetzt in der Ferienzeit herrscht Hochkonjunktur für die Gelben Engel, die Pannenhelfer des ADAC. Auch die vier Stauberater auf ihren Motorrädern sind nun quer durchs Land unterwegs. Sie geben den Staugeplagten Tipps, spenden Trost und schenken Kindern Spielzeug, damit die Zeit schneller vergeht. Oft sind sie bei Unfällen die ersten (professionellen) Helfer vor Ort und kümmern sich um die Beteiligten. (Lesen Sie dazu auch einen Beitrag im „Deins Meins Unsers“-Magazin, das druckfrisch und kostenlos in den Geschäftsstellen und Reisebüros des ADAC Württemberg erhältlich ist. Hilfe aus der Luft kommt mit Christoph 22, dem Rettungshubschrauber des ADAC Württemberg, der medinisches und ärztliches Personal an Bord hat. Vor allem bei schweren Unfällen können Verletzte schnellstmöglich versorgt und in die passende Klinik geflogen werden.