An einem Dienstag im Jahr 1994 steigen zwei Jungs beim Automobilclub Tuttlingen zum ersten Mal ins Kart. Die beiden Freunde besuchen dieselbe Schule und jeder für sich erkennt sofort: Motorsport ist mein Ding. Vom ersten Moment an lieben sie die Geschwindigkeit, das Kribbeln im Bauch, wenn es rasant in die Kurve geht, den Wind, der um die Nase weht, den Geruch von Gummi und Benzin. Beide starten eine Motorsport-Karriere, fahren respektable Ergebnisse ein und feiern kleinere und größere Erfolge auf den Rundstrecken in Deutschland. Aber es dauert ein Vierteljahrhundert, bis sich Christian Ladurner und Sebastian Sommer endlich dazu durchringen können, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Und sie landen sofort einen Kracher, räumen in ihrer Debüt-Saison in der Langstrecken-Meisterschaft NES 500 sämtliche Trophäen des Jahres 2018 ab: Fahrertitel, Teammeister, Klassensieger. Die verrückte Geschichte zweier Männer, die sich zwar spät finden, dafür aber voll durchstarten.

Nach 25 Jahren ein erfolgreiches Team: Christian Ladurner (l.) und Sebastian Sommer (r.).

Nach 25 Jahren ein erfolgreiches Team: Christian Ladurner (l.) und Sebastian Sommer.

Erst 2018 finden die beiden schließlich nach 25 Jahren zueinander und entscheiden sich, mit einem Seat Cupra TCR bei der Langstrecken-Meisterschaft NES 500 an den Start zu gehen. Die Rennen, die allesamt auf Grand Prix-Strecken stattfinden, gehen bei einer Dauer von vier Stunden über die Distanz von 500 Kilometern. Vorgeschrieben sind drei Boxenstopps und entsprechende Fahrerwechsel.

„Wir haben uns perfekt ergänzt, hatten keinen Ausfall, keinen Fremdkontakt und waren fast immer gleich schnell“, erzählt Sommer, der mittlerweile auch Sportleiter beim Automobilclub Tuttlingen ist. Und die beiden sind so flott, dass die namhafte Konkurrenz – darunter professionelle Rennfahrer und Mannschaften – oft nur das Auspuff-Rohr des Greenlion Teams zu sehen bekommt. Schon am zweiten Renn-Wochenende erringen die beiden Mittdreißiger Sommer und Ladurner den ersten Klassen- und den ersten Gesamtsieg. Mitte der Saison übernimmt das Duo die Führung in der Meisterschaftstabelle und gibt sie nicht mehr ab. Die erfolgreiche Krönung dieser verrückten Geschichte über zwei Freunde aus Tuttlingen, die ein Vierteljahrhundert gebraucht haben, um auch auf der Rennstrecke zueinander zu finden.

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